M 7.5 - Venezuela (German)

Seismometer: Dielheim-Horrenberg, Baden-Württemberg, Germany

Das Erdbeben der Magnitude 7,5 vom 24. Juni 2026 südöstlich von Yumare in Venezuela wurde durch eine flache Blattverschiebung nahe der komplexen Plattengrenze zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte verursacht.
Im Bereich des Erdbebens bewegt sich die Karibische Platte relativ zur Südamerikanischen Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 mm pro Jahr nach Osten.
Diese Bewegung wird hauptsächlich durch ein bedeutendes System rechtsseitiger Blattverschiebungen aufgenommen, das den Norden Venezuelas durchzieht. Die Lage des Erdbebens, seine geringe Herdtiefe von 10,0 km und der rechtsseitige Blattverschiebungsmechanismus stimmen mit einem Bruch entlang dieses Plattengrenzsystems im Bereich des San-Sebastián-Störungssystems überein, das sich entlang der Nordküste Venezuelas erstreckt.
Die Wellenform zeigt die seismischen Wellen zweier starker Erdbeben, die sich in Venezuela im Abstand von nur etwa 40 Sekunden ereigneten. Da die beiden Ereignisse zeitlich so dicht aufeinanderfolgten, überlagern sich ihre Signale in der Aufzeichnung (siehe hervorgehobene Bereiche).

Die ersten kleinen Ausschläge, die kurz nach 22:16 Uhr UTC beginnen, sind die P-Wellen des ersten Erdbebens. P-Wellen sind die schnellsten seismischen Wellen und treffen daher zuerst ein. Sie stauchen und dehnen das Gestein in ihrer Ausbreitungsrichtung.

Das deutlich stärkere Wellenpaket zwischen etwa 22:16:45 und 22:17:10 Uhr stammt hauptsächlich von den P-Wellen des zweiten, stärkeren Erdbebens. Die komplexe Form entsteht durch mehrere zeitlich eng beieinanderliegende Wellentypen. Dazu gehören Wellen, die sich direkt durch die Erde ausgebreitet haben, sowie Wellen, die nahe der Erdoberfläche oder an Grenzschichten tief im Erdinneren reflektiert wurden.

In den folgenden Minuten sind weitere, schwächere Schwingungen zu erkennen. Dazu gehören reflektierte P-Wellen und die lang anhaltende seismische Coda, also das Nachschwingen, das durch die Streuung der Wellen in Erdkruste und Erdmantel entsteht.

Zwischen etwa 22:27 und 22:29 Uhr UTC sind schwache S-Wellen und verwandte Phasen zu erwarten. S-Wellen breiten sich langsamer aus als P-Wellen und bewegen den Untergrund quer zur Ausbreitungsrichtung. Sie sind in dieser Aufzeichnung nur schwer eindeutig zu erkennen, weil der Raspberry-Shake-Kanal die vertikale Bodenbewegung misst, während ein großer Teil der S-Wellen-Bewegung horizontal erfolgt.

Insgesamt zeigt die Aufzeichnung vor allem zwei sich überlagernde P-Wellen-Ankünfte, gefolgt von schwächerer reflektierter Wellenenergie und S-Wellen.


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